„Verarbeite, was dich verarbeitet 2“

Ehrlich währt vielleicht nicht am längsten, aber doch eine Dreiviertelstunde. Und Möbelstücke aus Fritz-Kola-Kästen sind längst kein fancy Gimmick mehr, sondern eine als selbstverständlich integrierte Institution. Ganz klassich nutzt der Performer sie als körperliche Erhöhung und versammelt unsere Aufmerksamkeit, bevor er beginnt, Wind zu machen: um uns vor dem zu warnen, was kommt. Erst werden wir ein paar Filme zusammen gucken, dann Obacht weil Stroboskopichteinsatz, und dann zieht er sich aus. Also los.

Podiumsdiskussion „Best Practice Utopia: Es kann richtig gut werden“

„Practicing Utopia“

Ort: Zukunkftsakademie

Zeit: an einem grauen Novembernachmittag

In den Rollen:

Timo Köster als Kulturdezernent der Stadt Hagen und geleckter Anzugträger

Julia Wissert als ultrafeministische Intendantin in Bottrop

Azize Flittner als Bekämpferin des IS und des Patriarchats

Julia Nitschke als Tee schlürfende Videobotschafterin und Like-Button-Verfechterin

Annette Dabs als utopistische Email-Stimme, verlesen durch Azize Flittner

Oliver Kontny als eingeschüchterter weißer, männlicher, heterosexueller Moderator

Fünf Fragen an Heinz Friedrich

Heinz Friedrich hat sich der Analogen Transformation verschrieben: der HTML-Code von Google wird in Strickschrift übersetzt und dann in grün-graue Strickware umgewandelt. Nebenbei führt er_sie mit dem eigenen Körper eine Raumstudie durch und leidet sich durch anstrengende Erfahrungen im Einkaufszentrum in der Bochumer Innenstadt.

Audioperformance „qwqwi“

© Lukas Frye

Ein Wechsel aus Harmonie und Dissonanz, aus sich zu rhythmischen Einheiten bildenden Bausteinen und oppositionären Klangelementen. Zu Beginn versprach der Einzug der Audioperformance „qwqwi“ noch ganz Anderes: im Gänsemarsch laufen die vier Mitglieder_innen ausgestattet mit Blockflöte die Treppe hinunter zu der ‚Soundstation’. Dort angekommen werden diese aber abgelegt und die Klänge gehen ins Experimentelle – Alltagsgeräusche aus der Küche: Walnussknacken im Tackt, abgewechselt von dem Hacken von Petersilie und dem Motorgeräuschen eines Handmixer. Darauf folgen später unter anderem wummernder Bass abgelöst oder teils unterstützt von hohen Quietschtönen. Die Audioperformance eröffnet seinen Zuhörer_innen mal harmonische, groovige Sequenzen nur um diese damit kurz darauf wieder in fordernden arrhythmischen Sequenzen zu brechen und verlangt dem Publikum damit auditiv viel ab: „qwqwi“ geht durch Haut und Haar.