Installation „Šulak ad-Dajjal“

Wir schieben einen schwarzen Vorhang beiseite und finden uns in einem fahl beleuchteten Raum wieder. Zwei Paar Kopfhörer, einige Kissen auf dem Boden. Zwei alte Fernseher davor. Es knackt in den Kopfhörern, die Bildschirme leuchten auf. Und zeigen zwei verschiedene, ständig wechselnde Bilder. Unscharf, verwackelt, nur assoziativ erschließbar. Meer wird zu Tierfell wird zu einem Blätterdach, dazwischen Zahnräder. Oder sind das Augen? Vielleicht aber auch was ganz anderes.

Rauschen in den Ohren, technischer Sound, darunter schwach eine Frauenstimme. Einzelne Satzfetzen plötzlich klar: Vater, Luftwaffe, abgeschossen. Pilot. Künstler. Komponist. Für ihn Bratsche gelernt. Kindheitserinnerungen – zweimal der Satz: „Dichtung und Wahrheit“. Bleibt im Ohr. Ist genau das, was hier geschieht: wir dichten uns eine Geschichte, eine Biographie zusammen aus dem Wenigen was wir hören, versuchen das noch irgendwie in Zusammenhang zu bringen mit dem parallel ablaufenden Visuellen. Ein Kriegsheld, ein dominanter Vater, der auch nach seinem Tod das Leben der Tochter prägt. Ist es das?