Performance „Deutschland den Hunden 2“

Die Performance beginnt an einer Tür im Zuschauerraum und dort endet sie auch. Von hier wird eine Mülltonne zur Bühnenmitte geschoben, eine Frau setzt sich ans Klavier und spielt. Lied 256, immer wieder unterbrochen von ihrem eigenen, lauten Atmen ins Mikrofon. Ihr Spiel wird abgelöst von einem Mann in Jeansjacke, der durch besagte Tür den Raum betritt, Besen und Plastikgewehr schulternd. Es ist Andreas Baader, zurück und bereit für den neuen deutschen Herbst. Nach mehrfachen Versicherungen, glücklich und zuversichtlich zu sein, erklärt er, ihm sei eigentlich unendlich schlecht. Zuviel Scheiße gefressen und alles falsch gemacht beim Versuch, sich endlich auch mal was zu gönnen. Konsum ist also immernoch keine Lösung. Seine um die eigene Person kreisenden Reden werden durchbrochen von der Frau am Klavier, die anschaulich beschreibt, wie sie ein totes Kaninchen ausnimmt und häutet.

Wirkt zunächst zusammenhangslos, erklärt sich dann aber durch einen Nebensatz des Mannes: um sich dem Gegenüber verständlich zu machen, muss man sich selbst häuten – wie ein Kaninchen. Bedingungsloses Vertrauen existiert nicht. Und erst, wenn es eigentlich zu spät ist, erkennt man vielleicht sein Gegenüber. In seiner Harmonie überzogenes, fast ironisch wirkendes, abruptes Ende: Gegenseitiges Füttern. Alles wird gut. Shht.