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Constantin Leonhard und Anja Plonka

Die Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen bildet die Grundlage für ein Rollen durch den öffentlichen Raum als menschliche Kugel, als erweiterter Körper und als Vorstufe zum Cyborg. Die Arme sind verlängert mit Selfiesticks. Der Blick geht stets in die Kamera des mobilen Endgerätes, das jede private Bewegung aufzeichnet und in den virtuellen öffentlichen Raum sendet. Es entwickelt sich ein divergentes Verhältnis zwischen gemeinsamer körperlicher Intimität und isolierter Digitalisierung. Der eigene Drang zur Selbstdarstellung, zur alleinigen digitalen Erhöhung im Parallelflug mit körperlicher Nähe. Skulptural verschlungene Körper verwoben mit dem Bochumer Stadtraum laden zu einer analogen Expedition ein, die viele Passanten vertieft in ihr Smartphone garantiert verpassen werden. Ein Livestream bettet die Performance in den Kontext einer Videoinstallation, die Relikte bisheriger Aufführungen wiedergibt.

Über die Künstler_innen

Anja Plonka und Constantin Leonhard arbeiten seit 2014 an gemeinsamen Performances. Ihre Arbeitsgrundlage ist die körperliche Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen. Ihre Arbeiten entstehen durch Zufälle, Missgeschicke und eiskaltes Kalkül. Als Teil des Kollektiv Zoo und von PAErsche realisieren sie Projekte in unterschiedlichsten künstlerischen Kontexten.


SELFIE_SELFIE

» Performance: 24.11.2017 – 16 Uhr, Rathausplatz
» Installation ab 24.11.2017, 17 Uhr: Stadtbücherei, Bochum

Ernestyna Orlowska & Tanja Turpeinen

Wishing Well is a choreographed piece about the comical side of melancholia and Justin Bieber‘s Philosophy: Follow your dreams and don‘t let anybody stop you. Tanja and Ernestyna created two characters that remind the viewer of something between a fairy and a depressed plastic surgeon and they let them explore, what the comical side of melancholia could possibly be. Does that tension-promising concept of melancholia that is comical even exist? They explore together topics like healthy nutrition, friendship and the possibility of a real wishing well. Now all their dreams could come true, but how to know what they should wish for?

Über die Künstler_innen

Tanja and Ernestyna met 2014 during their Master Studies in expanded Theater/ Physical Theater in Berne and Verscio. Since 2015 they are working together in various performance projects. They share an interest for the generic elements of popculture, put in a new context.

Credits

Choreografie & Performance: Tanja Turpeinen & Ernestyna Orlowska
Kostüme & Ausstattung: Ernestyna Orlowska
Ko-Produktion: Rote Fabrik Zürich


WISHING WELL

» 25.11.2017 – 20 Uhr
» Rottstr. 5 Kunsthallen, Bochum
» Tickets

Sanierte Altbauten

TOODRYTOCRY ist eine Theaterperformance über Seejungfrauen und Grenzziehung. Zwei Performerinnen machen ihre Körper zum Ort der Verhandlung und der Zuschreibungen, schlüpfen in die Rollen von Wasserfrauen und Marmorstatuen, führen Körperbilder ad absurdum und konfrontieren reale Leiblichkeit mit Künstlichkeit. In repetitiven Bewegungschoreografien, Sound- und Textcollagen und Videoprojektionen entfaltet sich eine Narration von Sehnsucht, Grenzziehung und Grenzüberschreitung. Hautschicht für Hautschicht wird die Seejungfrau seziert und die Bühne gewässert. TOODRYTOCRY sucht nach Bildern von Weiblichkeit, die mit Wasser, Natur und Bedrohung in Verbindung stehen. Anhand von Klaus Theweleits Männerphantasien und Hans C. Andersens Die kleine Seejungfrau wird der Zusammenhang von Weiblichkeit und bedrohlichen Flüssigkeiten sowie deren Auswirkung auf das Konzept eines Volkskörpers und den ‘soldatischen Mann’ untersucht.

Über die Künstler_innen

Sanierte Altbauten ist ein 2013 in Hildesheim gegründetes Künstlerinnenkollektiv bestehend aus Eva Hintermaier, Sarah Kindermann und Insa Peters. In thematischen Blöcken erarbeiten wir Theaterperformances und Installationen zu Themen des Feminismus und verwandter Diskurse.

Credits

Idee und Performance: Eva Hintermaier, Sarah Kindermann
Lichtdesign, Dramaturgie, technische Leitung: Insa Peters
Technikassistenz: Hannah Kloth
Produktionsassistenz: Hannes Siebert

TOODRYTOCRY entstand im Rahmen des Residenz-Programms deBühne des Theaterhauses Hildesheim.

Gefördert durch: StuPa Universität Hildesheim; Kulturbüro Hildesheim; Theaterhaus Hildesheim; Friedrich Weinhagen Stiftung


TOODRYTOCRY

» 24.11.2017 – 21 Uhr
» Rottstr. 5 Kunsthallen, Bochum
» Tickets

Till Wiebel

Du bist wie das Element Wasser. Deine Wesenskarte ist der Kaiser. In dir steckt der gefährliche Wolf. Wärst du ein Gemüse, so wärst du eine Rübe und deine Zahl ist die 8. Du bist ein BILLY-Regal. Du bist die Wiedergeburt von Amelia Earhart. Präadipositas. You belong to Los Angeles. Du solltest Modedesign studieren.

In einem Selbstversuch hat der Performer von ME ACCORDING TO TESTS sich einer Testreihe unterzogen, die verschiedenste Ergebnisse hervorgebracht hat. Von „Welche Frisur passt zu dir?“ aus der Emma und „Steht er auf dich?“ aus der Bravo bis hin zum IQ und HIV Test. In einem fortlaufenden Prozess hat sich ein Archiv aus Testergebnissen gebildet, das bis heute ca. 150 Einträge hat. Diese erzählen: Wer, wie und was ist und war der Performer – und wie, was oder wer wird der Performer sein? Welche Eigenschaften hat er? Welche Sportart liegt ihm? Ist er gut im Bett?

Zum Einlass läuft „Footprints in the Sand“. Ein Test hat ergeben, dass sich der Performer eines Tages zu diesem Song verlieben wird. Zu Beginn beobachtet er die Zuschauenden beim Eintreten, still hoffend, die These möge sich bestätigen.

Über den Künstler_

Till Wiebel studiert Szenische Künste in Hildesheim. Seit 2014 produziert er in verschiedenen Konstellationen und Kontexten, unter Anderem als Teil des Kollektivs Zwietracht Hildesheim, Theater und Performance. Er gehört zum Leitungsteam des Transeuropa-Festivals und arbeitete zuletzt in der Villa Aurora in Los Angeles.

Credits

Performance, Konzept, Text, und Raum: Till Wiebel
Dramaturgische und Technische Begleitung: Laura Zielinski
Technischer Support: Johannes Liebscher
Mentoring: Prof. Dr. Annemarie Matzke und Dr. Martina Groß

Entstanden im Rahmen des Moduls „Forschende Theaterpraxis“ an der Stiftung Universität Hildesheim.


ME ACCORDING TO TESTS

» 23.11.2017 – 20 Uhr
» Rotunde, Bochum
» Tickets

WOHNUNGSBESICHTIGUNGEN

„Mi casa es su casa“/ „Mein Haus ist dein Haus“/ „Môj dom je tvoj dom“

„Die Schwelle zu überschreiten, bedeutet einzutreten und nicht nur sich zu nähern oder zu kommen.“ (Derrida)

In der performativen Installation wird sich mit der Frage beschäftigt, ob der Satz „Mein Haus ist dein Haus“ heute noch eine Bedeutung hat. Kann ich ihn wörtlich nehmen und anwenden? Wird sich der Gast wie zu Hause fühlen oder bleibt er fremd?

Credits

Katarína Marková, Studentin der Szenische Forschung, Gast.geberin.
Paula Stöckmann, Studentin der Germanistik und der Geschichte, Gast.geberin


» Treffpunkt vor der Weinhandlung Vinery, Luisenstraße 10
» Samstag, 25.11.2017, 15-18 Uhr

 

unheim.

Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohl gelungen.

Das Haus ist die Antithese zur Welt, der Gegenbeweis zu allem Offenen. Aber manchmal dringt etwas aus den Wänden: Radio, Klopfgeist, Tiere, Stimmen. unheim. bildet die akustischen Spuren einer Wohnung in einer anderen ab: Geräusch & Gespräch.

illume. illume. arrangiert seit 2013 Zeiten, Räume, Sprache und Dinge. In den (De-)Installationen werden zu einem Thema, Stoff oder Begriff kurzfristig Wahrnehmungen, Zeiten und Orte produziert.

 


» Treffpunkt vor dem Café Safran Kronenstraße 31, 44789 Bochum
» Samstag, 25.11.2017, 15-18 Uhr

 

Großer Stein im Wohnzimmer

Performative Installation

Ein Findling ist ein einzeln liegender Stein, der während der Eiszeiten durch Gletscher transportiert und an seinem heutigen Standort abgelegt wurde. Am Großen Stein im Wohnzimmer versammeln sich ein Musiker, ein chinesischer Löwe, Knochen und Wachs zu einer Begebenheit zwischen Sauna und Souvenirshop.

Das 2016 gegründete Künstler*innenkollektiv router durchstreift Randgebiete auf der Suche nach Spielstätten. Zufällig Vorgefundenes wird zum Rohstoff, der sich im Spiel mit sorgfältig Vorbereitetem verbindet.

Credits

Performative Installation
Kostüm, Spiel: Ariane Bothe
Musik: Dominic Reichmann
Konzept, Objekte, Spiel: Marlene Ruther


» Treffpunkt vor der Bäckerei Fork, Universitätsstraße 61
» Samstag, 25.11.2017, 15-18 Uhr

SMASH THE APPARATUS

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